Das Stück

Das einstündige Stück ist ein klassischer Dreiteiler, beginnend mit der Einführung des Publikums in das Geschehen, der Phantasiereise Kreislers und dem rettenden Erwachen aus der Trance.

Untermalt von sanfter Klaviermusik berichtet der Erzähler von einem Treffen der sechs Musikliebhaber, welche im 19. Jahrhundert allwöchentlich bei Kreisler zu Hause stattgefunden haben. Durch das unerwartete Ausfallen mehrerer Saiten des Klaviers, verändert sich die Begleitung und die Melodie gerät ins Stocken, bis sie schliesslich ganz ausfällt. Die Stille verbreitet Unbehagen. Die Musik ist verloren gegangen. Unterstützt vom Orchester sucht der Erzähler im Text von Hoffmann nach einer Weiterführung des Klangs. Der Text wirkt wie ein Sog, nimmt sie gefangen, und trägt sie mit auf Kreislers musikalischer Reise. Sie verwandeln sich selbst in die von Hoffmann geschriebenen Akkorde, werden ins Land der ewigen Sehnsucht befördert, spüren die zartbittere Versuchung von Mut und Macht, Sehnsucht und Liebe, Tanzen über offenen Gräbern, und bekommen die Kraft des Wahnsinns zu spüren.

Geisterhafte Akkorde beginnen sich über das Orchester zu verbreiten, und rütteln alle im tollen Lebensspuk hin und her. Einem einzigen Instrument gelingt es, aus diesem Zustand des Chaos die Töne der verlorene Melodie herauszuhören. Wie ein rettendes Flämmchen in der Dunkelheit entsteht die Melodie erneut. Als die anderen Instrumente dies hören, stimmen sie ein in das Lied und entfliehen, wie einst Kreisler, nur knapp der geistigen Umnachtung.